Effektivität des telemedizinischen, feto-neonatalen Versorgungsnetzwerks „Sichere Geburt“
Activity: Talk or presentation at external institutions/events › Talk/Presentation › Contributed
Persons and affiliations
- Helene Hense - , Center for Evidence-Based Healthcare (Speaker)
- Josephine Mathiebe - , Center for Evidence-Based Healthcare (Involved person)
- Rick Glaubitz - , Center for Evidence-Based Healthcare (Involved person)
- Lukas Donix - , Center for Evidence-Based Healthcare (Involved person)
- Mario Rüdiger - , Center for feto/neonatal Health (Involved person)
- Jochen Schmitt - , Center for Evidence-Based Healthcare (Involved person)
- Gabriele Müller - , Center for Evidence-Based Healthcare (Involved person)
Date
23 Sept 2026
Description
Telemedizin kann den chancengleichen Zugang zu spezialisierter Versorgung verbessern und die Versorgungsqualität sichern, insbesondere in ländlichen Regionen. Im Rahmen einer neuen Versorgungsform (NVF) erhielten n=5 ambulante Praxen für Pränataldiagnostik und Pränatalmedizin und n=8 Krankenhäuser mit einer niedrigeren Versorgungsstufe als Level 1 ineiner ausgewählten Region die Möglichkeit, telemedizinisch Expertise eines
Perinatalzentrums (Level 1) zu erhalten. Es wurden fünf telemedizinische Interventionsbündel (IB) implementiert: (1) Versorgungsplan für Risikoschwangere, (2) Neonatale Reanimation, (3) Neonatales Antibiotic Stewardship, (4) Versorgung Früh- und kranker Neugeborener, (5)
psychosoziale Elternunterstützung.
Ziel war es, die versorgungsrelevanten Effekte der NVF zu untersuchen.
Primäre Hypothese: Die NVF führt zu einer Verbesserung der wohnortnahen Versorgung für Risikoschwangere und Früh- oder kranke Neugeborene im Vergleich zur derzeitigen Regelversorgung.
Sekundäre Hypothesen: (1) Die NVF steigert auf Leistungserbringenden-Seite die
Arbeitszufriedenheit und das subjektive Sicherheitsgefühl bei der Versorgung der
Neugeborenen. Sie erhöht bei Schwangeren bzw. Familien der Neugeborenen die
Zufriedenheit mit der Versorgung, Resilienz und Lebensqualität und verringert eine depressive, Angst- und Stresssymptomatik. (2) Die NVF ist aus GKV-Perspektive kosteneffizient.
Qualitative Fragestellungen: (1) Welche Barrieren der Inanspruchnahme der NVF liegen auf Seiten der Leistungserbringenden, Patientinnen und Familien der Neugeborenen vor? (2) Wie beeinflusst die NVF die Zufriedenheit und das subjektive Sicherheitsgefühl der Leistungserbringenden? Wie beeinflusst sie das Sicherheitsgefühl der Patientinnen bzw. Familien?
Es wurde ein cluster-randomisiertes, kontrolliertes Stepped-Wedge-Design gewählt. Die Randomisierung erfolgte auf Praxis- bzw. Klinikebene. Folgende Datenquellen kamen zum Einsatz:
(1) Klinische Falldokumentationen
(2) Fragebogenerhebungen unter Patientinnen, Eltern der Neugeborenen und
Mitarbeitenden der Partnerkliniken
(3) Semi-strukturierte Interviews mit ambulanten und stationären Leistungserbringenden sowie Schwangeren/Eltern
(4) GKV-Routinedaten der beteiligten Krankenkasse
Für die Auswertung kamen Generalized Linear Mixed Models, deskriptive und
gesundheitsökonomische Analysen sowie qualitative Inhaltsanalysen zum Einsatz.
Von Januar 2023 bis Juni 2025 wurden n=1261 Fälle über alle IB erfasst. An
Fragebogenerhebungen nahmen n=256/535 Schwangere/Familien sowie
Leistungserbringende zu drei Messzeitpunkten (t0: n=120/209, t1: n=106/217, t2: n=113/186) teil. Es wurden n=13 Leistungserbringende und n=12 Schwangere/Mütter qualitativ interviewt. Zum Kongress werden die Ergebnisse zu den drei Hypothesen und den qualitativen Fragestellungen vorgestellt.
Die Ergebnisse der Evaluation des Innovationsfonds-Projektes „Sichere Geburt“ bilden die Grundlage für Entscheidungsprozesse zur Überführung der NVF in die Regelversorgung.
Conference
| Title | 25th German Congress for Health Services Research |
|---|---|
| Subtitle | People. Relations. Organisations. 25 Years Collaborative Health Services Research |
| Abbreviated title | DKVF 2026 |
| Conference number | 25 |
| Duration | 23 - 25 September 2026 |
| Website | |
| Degree of recognition | International event |
| Location | Universitätsklinikum Köln |
| City | Köln |
| Country | Germany |