Widerhall und Widerspruch: Zur Verknüpfung ökologischer, ökonomischer und feministischer Auseinandersetzungen bei Mary Mellor und Anna Lowenhaupt Tsing

Publikation: Beitrag in FachzeitschriftForschungsartikelBeigetragenBegutachtung

Beitragende

Abstract

Die Auseinandersetzung mit Natur stellt für die feministische Theoriebildung eine besondere Herausforderung dar. Dieser Beitrag widmet sich den Arbeiten der einflussreichen feministischen Denkerinnen Mary Mellor und Anna Lowenhaupt Tsing, die Natur-Gesellschafts-Beziehungen aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven analysieren und dabei ökonomische Strukturen und Logiken systematisch einbeziehen. Die materialistischen Konzepte, die die beiden Autorinnen jeweils ihrem Werk zu Grunde legen, stehen in einem spannungsreichen Verhältnis: Mellor vertritt einen historisch-materialistischen Ökofeminismus, während Tsing mit neomaterialistischen Theorien in Verbindung gebracht wird. Im Folgenden werden Mellors und Tsings Perspektiven als spezifische sighting devices (Sehwerkzeuge) analysiert und auf ihre Visualisierungen von Ökologie, kapitalistischen Funktionsweisen und Geschlecht(erverhältnissen) hin befragt. In der Zusammenschau werden einerseits Momente des Widerhalls und Widerspruchs verschiedener feministisch-materialistischer Theoriebeiträge sichtbar gemacht, andererseits feministische Kritiken am nicht-nachhaltigen Status quo gesellschaftlicher Naturverhältnisse sowie Ansatzpunkte für eine gerechtere und nachhaltigere Welt aufgezeigt.Engaging with nature presents a particular challenge for feminist theoretical approaches. This article examines the work of the influential feminist thinkers Mary Mellor and Anna Lowenhaupt Tsing, who analyse nature-society relations from different theoretical perspectives and systematically incorporate economic structures and logics. The materialist concepts on which the two authors base their work are fraught with tension: Mellor represents a historical materialist ecofeminism, while Tsing’s work is associated with new materialist theories. In what follows, Mellor’s and Tsing’s perspectives are analysed as specific sighting devices and questioned in terms of their specific visualisations of ecology, capitalist modes of operation and gender (relations). By fostering a dialogue between these frameworks, the study reveals moments of commonality and contradiction between different feminist-materialist theoretical approaches. At the same time, it highlights feminist critiques of the unsustainable capitalist status quo of societal relations to nature and offers ways of envisioning a more just and sustainable world.

Details

OriginalspracheDeutsch
Seiten (von - bis)49-64
FachzeitschriftFreiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien : FZG
Jahrgang31
Ausgabenummer1
PublikationsstatusVeröffentlicht - Okt. 2025
Peer-Review-StatusJa

Externe IDs

ORCID /0009-0003-9859-829X/work/202348409
Mendeley b1382ebd-fae1-3e2f-8338-e90f9c2ee71f