Fatigue und sensomotorische Instabilität: Neurologisch kontrollierte Konversion von Post-COVID-19-Patienten

Publikation: Beitrag in FachzeitschriftForschungsartikelBeigetragenBegutachtung

Beitragende

  • Thomas Urban - , Hochschule Schmalkalden (Autor:in)
  • Fritjof Reinhardt - , Prof. Dr. med. habil. Fritjof Reinhardt Praxis (Autor:in)
  • Peter Lohse - , Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (Autor:in)
  • Stefan G Spitzer - , Klinik für Innere Medizin und Kardiologie (am Herzzentrum) (Autor:in)
  • Luise Rasche - , Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (Autor:in)
  • Heinz Reichmann - , Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (Autor:in)

Abstract

Hintergrund: Für die Behandlung der Symptome des Post-COVID-19-Syndroms wird
derzeit keine kausale Therapie nach evidenzbasierten Kriterien breit empfohlen. Die
Evaluation der Veränderungen des Leitsymptoms Fatigue und der sensomotorischen
Instabilität durch eine individualisierte beanspruchungsgesteuerte Trainingstherapie
sowie durch eine intensivierte kognitive Verhaltenstherapie war das übergeordnete
Ziel der Interventionsstudie über einen 3-jährigen Zeitraum (Q1-2021 bis Q4-2023).
Methodik: Es wurden in den 3 Jahren im Post-COVID-19-Zentrum Lausitz (Senftenberg)
407 geimpfte nukleokapsidpositive Patienten behandelt. Bei 78 (rd. 19 %) von
ihnen wurden als Leitsyndrome Fatigue/immunometabolische Depression und
sensomotorische Instabilität konstatiert. Die Evaluation der individualisierten
beanspruchungsgesteuerten Trainingstherapie erfolgte anhand der konkreten PostCOVID-19-Syndromatik und motorischer Fatigability-Parameter. Die sekundäre
psychosomatische Syndromatik wurde mit kognitiven Fatigability-Parametern und
mit Instrumenten der kognitiven Verhaltenstherapie bewertet. Die Untersuchung
verhaltensbeeinflussender Parameter fand in Q2-2023 bis Q4-2023 mit einem
leitfadengestützten qualitativen Interview unter den Therapieteilnehmern statt.
Ergebnisse: Die Post-COVID-19-Leitsymptomen „Fatigue“, „sensomotorische
Instabilität“, „neuropsychiatrische Symptome“, „kardionale/autonome Dysfunktion“
und „Schmerzen“ verbesserten sich signifikant in der Gesamtkohorte sowie bei
der geschlechtsspezifischen Analyse. Eine Verschlechterung trat bei „sekundären
psychosomatischen Symptomen“ auf. Für alle motorischen Fatigability-Parameter
konnte für die Gesamtkohorte mit dem Cohens d-Wert ein therapeutischer Effekt
nachgewiesen werden. Positive Wirkungen erzielte eine Intensivierung der kognitiven
Verhaltenstherapie durch eine zunehmende Entwicklung der Eigenaktivität der
Patienten sowie deren Selbstkontrolle unter Einsatz von Persuasion und Gamification.

Details

OriginalspracheDeutsch
Seiten (von - bis)1104-1115
Seitenumfang12
FachzeitschriftDer Nervenarzt
Jahrgang95 (2024)
Ausgabenummer12
PublikationsstatusVeröffentlicht - 18 Sept. 2024
Peer-Review-StatusJa

Externe IDs

PubMedCentral PMC11611937
Scopus 85204389275

Schlagworte

Ziele für nachhaltige Entwicklung

Schlagwörter

  • Adult, Aged, COVID-19/complications, Cognitive Behavioral Therapy/methods, Fatigue/etiology, Female, Germany, Humans, Male, Middle Aged, Post-Acute COVID-19 Syndrome, SARS-CoV-2