Beobachtungsstudie zur Koinzidenz von Alzheimer-Erkrankung und idiopathischem Normaldruckhydrozephalus: Analyse von Koinzidenz, deren Einfluss auf das Ansprechen im Liquorablassversuch und zerebrovaskulärer Kopathologie
Publikation: Beitrag in Fachzeitschrift › Forschungsartikel › Beigetragen › Begutachtung
Beitragende
Abstract
Ziel der Arbeit: Analyse der Häufigkeit einer komorbiden Alzheimer-Erkrankung (AD) bei Patienten mit Verdacht auf idiopathischen Normaldruckhydrozephalus (iNPH) und deren Effekt auf das Ansprechen im Liquorablassversuch sowie Analyse der Häufigkeit einer vaskulären Kopathologie bei Patienten mit iNPH-Verdacht.
Material und Methoden: Prospektiv beobachtende Analyse von Patienten mit iNPH-Verdacht, die sich im Rahmen der klinischen Routinediagnostik zwischen dem 01.07.2022 und dem 30.06.2023 einer leitliniengerechten NPH-Routinediagnostik inklusive Liquorablassversuch unterzogen. Die Rekrutierung erfolgte aus den Kliniken für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden. NPH-typische Bildbefunde wurden anhand vorliegender MRT- bzw. CT-Schnittbilder erhoben. Relevante soziodemografische, klinische, kognitive und liquordiagnostische Parameter wurden mittels Aktendurchsicht erfasst. Die Patienten wurden hinsichtlich des Liquorbefundes gemäß ATN-Klassifikation kategorisiert.
Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum wurden 33 Patienten (14 weiblich, 19 männlich, Durchschnittsalter 74,6 ± 8,1 Jahre) mit iNPH-Verdacht analysiert. 19 Patienten (57,6 %) wiesen eine komplette und 14 Patienten (42,4 %) eine inkomplette Hakim-Trias auf. Die Differenz des MoCA-Scores vor und nach Liquorablass unterschied zwischen Patienten mit und ohne Ansprechen im Liquorablass (F[1;22] = 5,725; p = 0,026). Es bestand ein Trend, dass Patienten mit pathologischem Corpus-callosum-Winkel und auffälligem Evans-Index (p = 0,052) sowie Patienten mit pathologischem Corpus-callosum-Winkel, Evans-Index und kompletter Hakim-Trias (p = 0,055) häufiger ansprechen. Der durchschnittliche Fazekas-Score betrug 1,7. Es bestand kein Zusammenhang zwischen Fazekas-Score und Ansprechen auf den Liquorablass. Insgesamt wurden bei 25 Patienten (75,8 %) Demenz- und Destruktionsmarker bestimmt. Gemäß ATN-Klassifikation wurden 20 Patienten (80 %) als A+T−, 3 (12,0 %) als A+T+ und 2 (8,0 %) als A−T−klassifiziert. A+T+- und A+T−-Patienten sprachen nicht häufiger auf den Liquorablass an (p = 0,600).
Diskussion: Die kombinierte Bestimmung von CCW und Evans-Index sowie deren Kontextualisierung mit klinischen Charakteristika verbessern möglicherweise die prognostische Einschätzung eines Ansprechens im Liquorablassversuch. Insbesondere eine komorbide Amyloidpathologie, aber auch eine zerebrale Mikroangiopathie stellen häufige Kopathologien beim iNPH dar, wobei der Einfluss einer komorbiden Amyloidpathologie auf das Ansprechen im Liquorablassversuch noch ungeklärt ist.
Material und Methoden: Prospektiv beobachtende Analyse von Patienten mit iNPH-Verdacht, die sich im Rahmen der klinischen Routinediagnostik zwischen dem 01.07.2022 und dem 30.06.2023 einer leitliniengerechten NPH-Routinediagnostik inklusive Liquorablassversuch unterzogen. Die Rekrutierung erfolgte aus den Kliniken für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden. NPH-typische Bildbefunde wurden anhand vorliegender MRT- bzw. CT-Schnittbilder erhoben. Relevante soziodemografische, klinische, kognitive und liquordiagnostische Parameter wurden mittels Aktendurchsicht erfasst. Die Patienten wurden hinsichtlich des Liquorbefundes gemäß ATN-Klassifikation kategorisiert.
Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum wurden 33 Patienten (14 weiblich, 19 männlich, Durchschnittsalter 74,6 ± 8,1 Jahre) mit iNPH-Verdacht analysiert. 19 Patienten (57,6 %) wiesen eine komplette und 14 Patienten (42,4 %) eine inkomplette Hakim-Trias auf. Die Differenz des MoCA-Scores vor und nach Liquorablass unterschied zwischen Patienten mit und ohne Ansprechen im Liquorablass (F[1;22] = 5,725; p = 0,026). Es bestand ein Trend, dass Patienten mit pathologischem Corpus-callosum-Winkel und auffälligem Evans-Index (p = 0,052) sowie Patienten mit pathologischem Corpus-callosum-Winkel, Evans-Index und kompletter Hakim-Trias (p = 0,055) häufiger ansprechen. Der durchschnittliche Fazekas-Score betrug 1,7. Es bestand kein Zusammenhang zwischen Fazekas-Score und Ansprechen auf den Liquorablass. Insgesamt wurden bei 25 Patienten (75,8 %) Demenz- und Destruktionsmarker bestimmt. Gemäß ATN-Klassifikation wurden 20 Patienten (80 %) als A+T−, 3 (12,0 %) als A+T+ und 2 (8,0 %) als A−T−klassifiziert. A+T+- und A+T−-Patienten sprachen nicht häufiger auf den Liquorablass an (p = 0,600).
Diskussion: Die kombinierte Bestimmung von CCW und Evans-Index sowie deren Kontextualisierung mit klinischen Charakteristika verbessern möglicherweise die prognostische Einschätzung eines Ansprechens im Liquorablassversuch. Insbesondere eine komorbide Amyloidpathologie, aber auch eine zerebrale Mikroangiopathie stellen häufige Kopathologien beim iNPH dar, wobei der Einfluss einer komorbiden Amyloidpathologie auf das Ansprechen im Liquorablassversuch noch ungeklärt ist.
Details
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Seiten (von - bis) | 686-695 |
| Seitenumfang | 10 |
| Fachzeitschrift | Der Nervenarzt |
| Jahrgang | 96 |
| Ausgabenummer | 7 |
| Publikationsstatus | Elektronische Veröffentlichung vor Drucklegung - 27 Feb. 2025 |
| Peer-Review-Status | Ja |
Externe IDs
| PubMed | 40016477 |
|---|---|
| ORCID | /0000-0003-4163-9014/work/183565537 |
| ORCID | /0000-0002-2936-5180/work/183565608 |
Schlagworte
Ziele für nachhaltige Entwicklung
ASJC Scopus Sachgebiete
Schlagwörter
- Corpus callosum angle, Evans index, Hakim’s triad, Spinal drainage, Vascular copathology